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Die Geschichte von Amity Fashion

Wie Stil und Funktionalität zu Freunden wurden

Modemacher Wilhelm Beermann produziert hochwertige und stilvolle Jacken. Seine Fahrrad-Jackets sind wie gemacht für die Alltagsbedürfnisse von sportlich-aktiven Menschen. Dass er damit in eine Marktlücke fand, ist für alle, die gerne draußen sind und dabei gut aussehen wollen, ein Glücksfall.

     
     

Annette & Wilhelm Beermann

„Es quietscht mittlerweile ein bisschen“ sagt Wilhelm Beermann über sein liebgewonnenes Fahrrad der Münsteraner Traditionsschmiede Quitmann. Aber das darf es auch – nach gut und gerne 80.000 Kilometern, die es seinen Fahrer seit rund 15 Jahren treu begleitet. Immer wieder von zu Hause ins Büro, von Waltrop im nördlichen Ruhrgebiet nach Dortmund. Im Sommer und im Winter. Bei Wind und Wetter.

Wilhelm Beermann ist als Modemacher etwas anders als all jene, die über die Liebe zum Sport die Fahrradbranche prägen. Er hat die Vorzüge des Radfahrens auf eine eher pragmatische Art und Weise für sich erkannt. Weil regelmäßige Bewegung ihm die eine oder andere Ernährungssünde verzeiht und weil er auf dem Fahrrad vor allem im Verkehr einer großen Stadt einfach besser durchkommt. Aber Wilhelm Beermann hatte dabei ein ganz persönliches Problem zu lösen – er wollte auch auf dem Fahrrad gut angezogen sein, so wie es sich für einen Modeprofi gehört. Weil er nichts fand, was ihm gefiel, fasste er einen eigentlich ziemlich naheliegenden Entschluss: „Ich habe mir dann einfach selbst ein schönes Fahrrad-Jacket gemacht.“

Das Ohr immer an den Kunden

Eine Entscheidung, die Stil, Qualität und Funktionalität auf dem Fahrradsattel unter einen Helm bekommen wollte – und die schnell große Beachtung in seinem Umfeld fand. Mittlerweile freut sich Wilhelm Beermann längst nicht nur selbst über seine Jacken, die er unter der Marke Amity produziert, sondern vor allem auch darüber, dass viele seiner Kunden zu regelrechten Fans geworden sind. Wo immer möglich hat er das Ohr an den Bedürfnissen der Endverbraucher – und als einer, der sein Handwerk von der Pike auf gelernt hat, weiß er wie diese zufriedenzustellen sind. Denn hinter Amity stehen jahrzehntelange Erfahrung sowie fundierte Branchenkenntnisse zugleich.

Bereits 1990 machte sich Wilhelm Beermann selbständig – gemeinsam mit seinem Freund Klaus Preuß, den er in der Ausbildung kennengelernt hatte, gründete er nach neun Jahren Festanstellung bei einem großen Modehändler im Ruhrgebiet die Amity Textilhandelsgesellschaft mit Sitz in Dortmund. „Wir wussten anfangs gar nicht, was das genau heißt“, blickt Wilhelm Beerman schmunzelnd zurück. Mit damals nur rudimentären Englisch-Kenntnissen durchstöberten die beiden Weinliebhaber einen Atlas und stießen dabei auf ein südafrikanisches Weingut namens Amity. Weil ihnen das sympathisch war und weil sie den Klang des Namens mochten, waren sie sich schnell einig. Und heute ist Wilhelm Beermann mehr denn je davon überzeugt, dass Freundschaft viel mehr ist als ein wohlklingender Firmenname: „Darin drückt sich nicht nur das Verhältnis zwischen Klaus Preuß und mir aus, sondern auch die Beziehung zwischen uns, unseren Lieferanten und unseren Kunden.“

Ausgezeichnete Kontakte in die Branche

Über die Jahre erschufen sie sich ein großes Netzwerk mit ausgezeichneten Kontakten in die Branche. Und das half ihnen dabei, einerseits schnell die besten Produzenten in Europa für sich zu gewinnen und andererseits viele der großen Verkäufer und Ketten im deutschsprachigen Raum: Amity begann unter anderem für Peek&Cloppenburg oder Breuninger in Deutschland, Vögele in der Schweiz und Fussl in Österreich zu produzieren. „Wir waren ziemlich schnell sehr erfolgreich“, blickt Wilhelm Beermann auf diese Zeit zurück. Gemeinsam mit den außergewöhnlichen Fähigkeiten ihrer Schnittdirektrice und einem feinen Gespür für gute Kleidung erarbeiteten sich Wilhelm Beermann und Klaus Preuß einen exzellenten Ruf in der Branche – weil sie nicht nur qualitativ, sondern auch mit ihren Passformen überzeugten: „Es ist nicht leicht, ein Sakko oder einen Mantel zu produzieren, worin unterschiedliche Körperformen gut aussehen“, erklärt Wilhelm Beermann und zeigt dabei auch ein bisschen Stolz, dass die Amity-Schnittführungen in der Branche eine hervorragendes Reputation hatten.

„Die Leidenschaft zum Produkt war schon immer mein Antrieb“, erklärt Wilhelm Beermann die Gründe, warum er sich nach über zwei Jahrzehnten dazu entschloss, neue Wege einschlagen zu wollen. Dass er angefangen hatte, mit dem Fahrrad zu pendeln, war ein Schlüsselerlebnis dafür. Aber auch die Erkenntnis, welche Möglichkeiten sich ihm dadurch eröffneten: kompromisslose Qualität und die Entwicklung von Kleidungsstücken, die es in dieser Art noch nicht gab. Während sich sein Partner Klaus Preuß weiterhin um das Großkundengeschäft kümmerte, entschied sich Wilhelm Beermann 2016 dazu, das eigene Label Amity Fashion aufzubauen – mit einem Online-Shop und der Spezialisierung auf Jacken und Mäntel für Fahrradfahrer.

Immer gut angezogen

Mit dem Modell Josef wagte es Wilhelm Beermann, eine Kleinserie zu produzieren. „Die guten Kontakte zu den Produzenten halfen mir dabei“, sagt er in dem Bewusstsein, dass die großen Hersteller für gewöhnlich mit ganz anderen Stückzahlen arbeiten. Und das Ergebnis war überzeugend: Mit dem funktionalen Hochleistungsstoff Etaproof aus Baumwolle gelang Wilhelm Beermann der erste große Wurf: Eine Jacke, die wegen ihres extrem fein gewebten Stoffes trocken und warmhält. „Man kann damit zu einem seriösen Geschäftstermin fahren, ohne dabei auszusehen wie ein Fahrradkurier“, erklärt Wilhelm Beermann.

Mittlerweile besteht das Amity-Sortiment aus mehreren Modellen in unterschiedlichen Stoffqualitäten für Frauen und für Männer. Und allen ist gemein, dass sie Alltagstauglichkeit, Funktionalität und Langlebigkeit miteinander vereinen. „Man ist damit immer gut angezogen“, sagt Wilhelm Beermann. Egal ob jung oder alt, egal ob zugeknöpft und mit Hemd offiziellen Anlässen oder sportlich leger mit T-Shirt oder Hoodie drunter. Und trotzdem sind die Details so durchdacht, dass die Amity-Jacken auch auf dem Fahrrad komfortabel und sicher sind. Bei Bedarf ausklappbare Reflektoren sorgen für die Sichtbarkeit, Lüftungsöffnungen für Atmungsaktivität und die Stoffe dafür – sei es Etaproof, Loden oder technischen Materialien mit wasserdichten Membranen – dass Regen keine Chance hat.

Einzigartige Produktphilosophie

Mit dieser einzigartigen Produktphilosophie hat Wilhelm Beermann über die Jahre viele zufriedene Kunden für sich gewonnen: Städtereisende, Golfer, Reitsportler – aber insbesondere Alltagsradfahrer. Auch weil er sich zusammen mit seiner Frau Netti persönlich darum kümmert, dass Amity-Trägerinnen und -Träger glücklich sind. Oft kriegen die Beermanns Zuschriften, die so viel Lob enthalten, dass es den beiden fast schon unangenehm ist. Aber es kommt auch mal vor, dass sie aktiv nachfragen, beraten und Tipps geben. „Das größte Kompliment für uns ist, wenn unsere Kunden zu 100 Prozent zufrieden sind“, sagen sie. Ihre Produkte bilden die Basis dafür. Mit Qualität und einer Farbgebung, die möglichst langlebige Mode gewährleisten sollen, anstatt Trends hinterherzulaufen. Und wenn die Beermanns ihre Fahrrad-Jackets in der Öffentlichkeit entdecken, dann empfinden sie das auch nach vielen Jahren im Geschäft noch als besondere Wertschätzung: Wenn sie etwa in einem Magazin Jobrad-Gründer Ulrich Prediger mit einer Amity-Jacke sehen oder oder Eckhard von Hirschausen in einer TV-Sendung. Und sie freuen sich über das Echo ihrer Marke in den Medien, das meist groß ist. „Wenn man uns wahrnimmt, dann kommt es schon mal vor, dass wir Anfragen aus Japan, den USA oder Australien erhalten“, berichtet Wilhelm Beermann.

Stoffe aus Europa

Mit Stoffen, die in Italien, Deutschland oder in der Schweiz hergestellt werden, und Produktionsstätten in Europa schafft Amity die Qualität, Alltagsradler und Radpendler gleichermaßen überzeugt. Und es sollen immer mehr werden. Max, Leoni und Willi, die Kinder von Netti und Wilhelm Beermann, sind der beste Beweis dafür, dass Amity-Fahrrad-Jackets von zeitloser Schönheit sind. Sie tragen sie wie selbstverständlich in ihrem Alltag nahezu zu jedem Anlass. Und trotz dieser Selbstverständlichkeit merken sie immer wieder, wieviel Emotionen und Leidenschaft damit verbunden sind. Einerseits aus der modischen Perspektive. Andererseits aber auch aus der Perspektive von Fahrradfahrern. Weil sie immer wieder neugierige Blicke auf ihre Jacken ziehen und angesprochen werden.

Mutig in die Zukunft

Die Begeisterung dafür weiter voranzutreiben, den Handel für diese einzigartigen Produkte zu sensibilisieren und zu gewinnen – das können sie sich grundsätzlich gut vorstellen. Und Wilhelm Beermann würde es natürlich mit Wohlwollen betrachten, wenn seine Kinder das Amity-Erbe eines Tages weiterführen würde. „Wir fühlen uns gerade wie in einem Film mit offenem Ausgang“, beschreibt Max die derzeitige Situation. Einiges deutet auf ein Happy End hin. Für Fahrradfahrer, die Wert auf gutes Aussehen legen, wäre das ein schönes Ende.